Die „Hellige Knäächte un Mägde“ im Mittelalter und in reichstädtischer Zeit

Im 13. und 14. Jahrhundert gründen die Kölner Gemüsebauern (Kappesboore) fünf „Bauernbänke“ innerhalb der Stadtmauern. Deren Söhne und Töchter tragen in den Pfarrprozessionen der mittel-alterlichen Stadt die Heiligenfiguren, tanzen als Gruppen auf den Kirmessen und pflegen kölnisches Brauchtum. Neben Bauernschütz und Fähnrich, führt die Gruppe das Jeckenbääntchen an. Dieser altkölnischen Figur, meist als Hofnarr der freien Reichsstadt Köln beschrieben, begegnet man vornehmlich vom 16. bis zum 18. Jahrhundert bei festlichen Aufzügen der Stadt.

Ab 1793: Überlieferung alter Tanzmelodien.

1811: die „Hellige“ im Huldigungszug zur Geburt Napoleons II..

1823 erfolgt gemeinsam mit den heutigen „Kölsche Funke rut wieß vun 1823 e.V.“, die Berufung in den ersten Kölner Rosenmontagszug durch die Reformer und seitdem ununterbrochene Teilnahme.

1827: (J. Klersch) neben dem Kleinen und Großen Rat führten nur die stehenden Gruppen der "Hellige" und der Roten Funken im Rosenmontagszug ein Sonderleben.

1842: „ohne karnevalistische Attitüde“ treten die „Hellige“ hochoffiziell vor Preußens König Friederich Wilhelm IV. auf dem Neumarkt auf. Bis mindestens zu Beginn der 1850er Jahre wurde die Gruppe noch von unbescholtenen Jungen und Mädchen aus den Kreisen der „Bauernbänke“ besetzt, die darin eine Ehrenrepräsentanz sehen.

Mit der Stadterweiterung ab 1881 verlieren die Bauernbänke ihren stadtpolitischen Einfluß. Der Weg der historischen Formation „Hellige Knäächte un Mägde“ bleibt aber unzertrennlich mit den Entwicklungen und dem Werdegang des Kölner Karnevals verbunden, als ein Denkmal der Stadtgeschichte.


Der Weg der „Hellige Knäächte un Mägde“ in der Neuzeit

Stets eingebunden in die Grundsätze und Satzungen des „Festkomitees Kölner Karnevals von 1823 e.V.“, welches über viele Jahrzehnte bis zum Jahre 1914 zur Erhaltung der historischen Formation, insbesondere durch die Hereinnahme in die Rosenmontagszüge besonders beiträgt, beginnt im Jahre 1927 mit dem Wiederaufleben des Kölner Karnevals nach dem 1. Weltkrieg, ein weiterer Abschnitt in der Entwicklung der „Helligen“.

Dieser ist in erster Linie von 1926 bis 1997 durch die gute Gemeinsamkeit mit Kölner Karnevalsgesellschaften und im Jahre 1998 durch die Gründung des eigenen Vereines bestimmt.

So sind es ab 1926 der von Jacob Schlömer begründete „Kölner Karnevals Club e.V.“ und ab 1930 dann die Gesellschaft „Die Große Allgemeine von 1900 e.V.“ mit ihrem Präsidenten Carl Umbreit, die den Weg der „Helligen“ unterstützen. Nach einer guten Gemeinsamkeit mit der „Großen“ ist es dann nach dem zweiten Weltkrieg die Gesellschaft „Lyskircher Junge" mit ihrem großen Präsidenten Jean Küster, die den Weg der historischen Gruppe begleitet.

Im Jahre 1949 gelingt mit Hilfe früherer Gruppenmitglieder die authentische Wiedereinstudierung der historischen Tänze und durch (J. Klersch) "Spender und Gönner aus der Kölner Bürgerschaft" der Ersatz der im Kriege verloren gegangenen Kostüme.

Im Jahre 1967 werden von den heutigen und bekannten Ballettmeistern Hilde und Peter Schnitzler dem Zeitgeist entsprechend die Tänze neu gestaltet. Im Jahre 1968 wird erstmals das bekannte Willi Ostermann Potpourie vorgestellt. Es ist fester Bestandteil der Bühnenprogramme und gelangte seitdem weit über zweitausend mal zur Aufführung.

Im Sinne der Erhaltung der erfolgreichen und historischen eigenständigen Entwicklung im Kölner Volksleben und Karneval, erfolgt ab 1997 die Beendigung der Gemeinsamkeit mit den Lyskircher Junge.

Im Jahre 1997 entsteht der „Traditionstanzgruppe Hellige Knäächte un Mägde e.V.“ unter dem Vorsitz von Thomas Andersson, mit dem alleinigen Vereinszweck der Förderung und Erhaltung der historischen Gruppe „Hellige Knäächte un Mägde“.

Aufgeschlossene Entwicklung „Traditionstanzgruppe Hellige Knäächte un Mägde e.V.“

Im Jahre 1997 werden die „Helligen“ mit der Ostermannmedaille in Gold ausgezeichnet.

1998: Mit über 1200 Gästen große Feier zum 175 jährigen „karnevalistischen Geburtstag“ der „Hellige“ im Kölner Sartory.

Bereits im Jahre 2000 zählt der als gemeinnützig anerkannte Verein, neben den aktiven Tänzerinnen und Tänzern weit über 200 fördernde Mitglieder. Offen für alle Freunde kölnischen und rheinischen Volkslebens und des Karnevals, wird der Verein den Weg der historischen Tanzgruppe „Hellige Knäächte un Mägde“ begleiten und unterstützen. Dadurch ist der gesicherte Fortbestand der Formation in alter Selbständigkeit und traditionellem Geiste unverändert gesichert. Weiterhin werden die gemeinsamen Aktivitäten im Kölner Karneval mit der KG „Die Große von 1823 e.V.“ freundschaftlich wahrgenommen.

Vereins- und Markenrecht zum Schutz der traditionellen Werte

Vor dem Hintergrund verschiedener den „Hellige Knäächte un Mägde“ nachempfundener Darstellungen und Bühnenaktivitäten, insbesondere um den eigenen Namen, die Kostüme, Choreographien und Melodien vor Verfälschung zu behüten, läßt sich die Vereinigung im Jahre 1998 neben dem Namen auch die historischen Trachten, in den authentischen Farben Rot, Weiß und Schwarz, patentrechtlich schützen. Durch diese Sicherung der Markenrechte kann somit die Vereinigung auf eine unberechtigte Aneignung und Vermarktung dieser nur ihr zustehenden Erhaltung schützenswerter historischer Werte reagieren.

Die Formation der „Hellige“ wird somit für alle Zukunft in unkopierbarer und unverfälschter Art beste kölsche Tradition erhalten, um damit den Menschen ihrer Stadt Frohsinn zu schenken.




Hellige Knäächte un Mägde
Kölns älteste Traditionstanzgruppe im Kölner Karneval seit 1823
Förderung und Erhaltung durch die vereinigung Traditionstanzgruppe Hellige Knäächte un Mägde e.V.